Welche Merkmale weist die Rechenschwäche auf?

So wie es „die“ Ursache für eine Rechenschwäche nicht gibt, so gibt es auch nicht die Merkmale, die alle betroffenen Kinder zeigen müssen. Bestimmte Merkmale treten in unterschiedlichen Kombinationen und Ausprägungen auf.
Es gibt jedoch Merkmale, die auf eine Rechenschwäche hindeuten und ernst genommen werden müssen.
Das Kind

    kann nur zählend rechnen, z. B. mit Hilfe der Finger
    kann nicht zwischen Einern, Zehnern oder Hundertern unterscheiden und vertauscht sie beim Lesen, Schreiben und Rechnen
    erkennt nicht, dass z. B. 1080 mehr ist als 1008
    verwechselt  Zeit- und Mengeneinheiten
    verwechselt die Symbole, z. B. + und –
    kann nur schwer Kopfrechnen
    schreibt Zahlen lauttreu, z. B.  dreihundertachtzehn als 30018
    braucht extrem lange für die Hausaufgaben in Mathematik
    wirkt unkonzentriert und nicht bei der Sache
    erreicht trotz intensiven Übens und jeder Menge Anschauungsmaterial keine Fortschritte
    zweifelt immer mehr an seinen Fähigkeiten und seiner Person: Das lerne ich nie! Ich bin dumm!
    geht nicht mehr gern zur Schule und es verweigert sich immer mehr den Anforderungen
    bekommt immer mehr Angst, es nicht zu schaffen und blockiert sich damit selbst


Was bedeutet das für die Kinder?

Die Kinder geraten häufig in einen Teufelskreis, aus dem sie selbst keinen Ausweg mehr finden. Denn sie üben und üben und trotzdem sehen sie kein Fortkommen. Die Misserfolge werden mehr und auch die Zweifel des Kindes wachsen an. Auch Auseinandersetzungen mit den Eltern und der Schule können eine Folge sein, die das Kind dann noch mehr belasten. Es fühlt sich unverstanden und nicht mehr geliebt. Ist so ein negatives Selbstbild erst einmal entstanden, kann es auch zu Problemen in anderen Fächern kommen, weil sich das Kind auch da für ebenso „dumm“ hält.